Prototypen statt Präsentationen

Was ich von der hub:disrupt für Unternehmen im Mittelstand mitgenommen habe

Wie lange würde es dauern, bis Sie wissen, ob eine neue digitale Lösung in Ihrem Betrieb funktioniert? Zehn Präsentationen später wissen Sie, was möglich wäre. Nach acht bis zwölf Wochen mit einem kleinen Prototyp wissen Sie, was bei Ihnen funktioniert. So hat es Goldbeck in der Paneldiskussion auf der hub:disrupt beschrieben, und ich nehme es als Maßstab mit.

Ich war am 30. September in Dresden und habe die Labsessions des Factory-Tracks besucht. Für Betriebe mit mehreren Maschinentypen waren drei Beispiele besonders aufschlussreich.

Peerox zeigte ein Schichtbuch für Maschinenparks, das bei Stillständen automatisch Lösungsvorschläge aus früheren Instandhaltungsmaßnahmen liefert. Die Erfassung wird einfacher, das Wissen bleibt im Betrieb, auch wenn die Person, die es kannte, gerade nicht da ist. Ich habe selbst ein Schichtbuch entwickelt. Die Präsentation hat meine Erfahrung damit auf ein neues Level gehoben und mir neue Ziele gegeben: wohin sich so ein System entwickeln kann, wenn man KI und maschinelles Lernen anbindet.

Schaeffler stellte einheitliche Datenschnittstellen für viele Maschinentypen vor. Wer Maschinen verschiedener Hersteller und Baujahre im Einsatz hat, kennt das Problem: Jede spricht ihre eigene Sprache. Erst wenn die Daten für die gesamte Belegschaft transparent abrufbar sind, hängt der Überblick nicht mehr an wenigen Personen. DUALIS zeigte Software für die Fabrikplanung, die Wege optimiert. Beides erinnert daran, Prozesse ganzheitlich zu denken und nicht nur Insellösungen nebeneinanderzustellen.

Im Panel hob TRUMPF den Austausch mit Kunden und Partnern hervor. Das gilt auch für den Mittelstand: Konferenzen, Meetups und Netzwerke wie Silicon Saxony, futureSAX und das Experten Netzwerk Ost (ENO) bringen Betriebe zusammen und tragen Impulse aus der Wissenschaft in die Praxis. Viele Fragen, die sich im eigenen Haus festgefahren anfühlen, hat anderswo schon jemand beantwortet.

Mich beschäftigt, wie viel von einer solchen Lösung sich in acht bis zwölf Wochen als Prototyp prüfen lässt, ohne das Gesamtbild aus dem Blick zu verlieren. Und ich bin neugierig, wo in Ihrem Betrieb das Wissen über Störungen heute liegt: im Schichtbuch, im Kopf eines Kollegen oder nirgends?

Wenn Sie vor ähnlichen Fragen stehen, bin ich im Sächsischen Unternehmerstammtisch Ihr Ansprechpartner zu diesem Thema. Sprechen Sie mich gern über das Netzwerk an.

Beitrag: Dennis Wilke

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